Buchbesprechung „Wie man mit Aktien Geld verdient“

 

Der Autor William O’Neil hat in diesem Buch sein inzwischen recht berühmt gewordenes Anlagesystem CAN SLIM beschrieben. Die Bezeichnung dieser Methode steht für die Anfangsbuchstaben der Hauptelemente dieser Methode, auf die ich später noch eingehen werde. Ich möchte aber zuerst kurz den Werdegang des Autors skizzieren.

 

 

Kurzbiografie des Autors

O’Neil ist im Jahr 1933 in Oklahoma City geboren worden und in Texas aufgewachsen. Später studierte er Wirtschaft an der Southern Methodist University, die er 1955 mit dem Bachelor Abschluss verließ. Er ging zunächst zur Air Force und begann seine Karriere 1958 bei dem Broker Hayden, Stone & Co. wo er auf der damals neuen Computertechnik basierende Anlagestrategien entwickelte. Im Jahr 1960 ging er zur Harvard Business School und entwickelte auf der Grundlage seiner dortigen Studien die CAN SLIM Strategie.
William O'Neil

Quelle: www.newtraderu.com

 

Die CAN SLIM Methode im Überblick

Das Ziel der Methode ist es, die großen zukünftigen Gewinner am Aktienmarkt zu finden, also Unternehmen deren Aktienkurs sich in den kommenden Jahren vervielfachen könnte. Diese Unternehmen sollen gefunden werden, bevor der Aktienkurs seinen großen Anstieg beginnt. Dazu werden die Fundamentaldaten und später auch die Kursentwicklung dieser Unternehmen nach exakt definierten Kriterien untersucht. Die Methode setzt sich aus den folgenden Bausteinen zusammen.

C = Momentan hohe oder anziehende Quartalsgewinne und -Umsätze je Aktie

A = jährliche Gewinnzuwächse

N = Neuere Unternehmen, neue Produkte, neues Management, neue Kurshochs

S = Umsatzstarke Nachfrage an entscheidenden Punkten

L = Marktführer oder Nachzügler

I = Institutionelle Förderung

M=Marktrichtung

CAN SLIM Methode

Quelle: amazon.de

 

Aufbau des Buchs

Der Autor hat in akribischer Arbeit die „Supergewinner“-Aktien der letzten 100 Jahre am amerikanischen Aktienmarkt untersucht und aus diesen Fallbeispielen seine Methode abgeleitet. Wichtig bei der Methode sind einerseits die Fundamentaldaten des Unternehmens, aber auch die Chartanalyse spielt eine große Rolle. Daher widmet der Autor in Teil 1 des Buchs gleich zu Beginn seiner speziellen Form der Chartanalyse ein ganzes Kapitel. Er möchte so dem Leser vermitteln wie er die Auswahl der Aktien und das Timing mit Hilfe der Chartanalyse verbessern kann.

 

Teil 1 Das Gewinnsystem CAN SLIM

Zu den untersuchten Unternehmen gehören Namen, die jeder kennt: International Business Machines (IBM), Coca Cola, Texas Instruments, Xerox, Chrysler, America Online (AOL), um nur ein paar Namen zu nennen.

IBM Chartanalyse

Beispiel einer Analyse anhand von IBM, Quelle: www.amazon.de

 

In den folgenden Kapiteln stellt O’Neil ausführlich die einzelnen Elemente seiner Methode vor. Er schmückt die Ausführungen mit reichlich Beispielen und Anekdoten aus seinen reichen Erfahrungen aus.

 

Teil 2 Seien Sie von Anfang an schlau

Im zweiten Teil des Buchs geht er vor allem auf Methoden des Risikomanagments ein. Dem Autor ist es besonders wichtig, bereits erzielte Gewinne auch in schlechten Phasen des Aktienmarkts zu behalten und nicht wieder zu verlieren. Somit ist die strikte Begrenzung von Verlusten ein wesentliches Element der Methode. Auch das sogenannte Money Management ist für den Autor wichtig. Er geht auf Fragen der Diversifikation, des kreditfinanzierten Aktienkaufs, auf Optionsstratgien und das Shorten von Aktien ein.

Abschließend stellt er in Teil 2 auch kostspielige Fehler vor, die von vielen Anlegern an der Börse immer wieder gemacht werden und die man als Anleger unbedingt vermeiden sollte. Insgesamt nennt er hier 21 typische Fehler.

Teil 3 Investieren wie ein Profi

Den dritten Teil des Buchs hat er betitelt mit „Investieren wie ein Profi“. Hier beschreibt er Methoden wie man die besten Themen, Wirtschaftssektoren und Branchen am Markt auswählt. O’Neil ist nicht nur Autor, sondern er gibt bereits seit mehren Jahrzehnten den Börsendienst „Investors Business Daily (IBD)“ heraus. Hier werden alle fundamentalen Daten und Chartanalysen nach der CAN SLIM Methode angeboten. O’Neil beschreibt daher auch in einem Kapitel, wie sein Börsendienst genutzt werden kann, um potenzielle Gewinneraktien zu finden. Ein weiters Kapitel befasst sich mit der Beobachtung des Marktes und der Reaktion auf Nachrichten. O’Neil beendet das Buch mit wichtigen Regeln und Richtlinien, die man sich merken sollte.

Meine Beurteilung

Der Autor stellt auf etwas mehr als 600 Seiten seinen Investmentansatz CAN SLIM ausführlich vor. Dabei gibt er sehr viele Beispiele anhand derer er die Auswahl der Aktien beschreibt. Er geht auch immer wieder auf typische Fehler ein, die es zu vermeiden gilt. Das Buch enthält zudem mehr als 100 Chartbeispiele, an denen er das Finden der besten Kaufpunkte deutlich macht.

Als kleines Manko ist lediglich anzumerken, dass O’Neil typisch amerikanisch öfters Loblieder auf die amerikanische Wirtschaft und den amerikanischen Aktienmarkt singt. Aber er tut das, weil es absolut überzeugt davon ist, dass es möglich ist mit seiner Methode konstante Gewinne mit Aktien zu machen, um so den eigenen Lebensstandard zu verbessern.

Mir persönlich hat das Buch sehr viel gebracht. Ich konnte meine eigenen Methoden zur Auswahl von Aktien deutlich verbessern. Die im Buch vorgestellte Form der Chartanalyse unterscheidet sich deutlich von den mir bisher bekannten Formen der Chartanalysen und es macht auf jeden Fall Sinn sich mit der Methode O’Neils vertraut zu machen.

Übrigens: Die hier auf meiner Webseite vorgestellte Form der Börsenampel basiert ebenfalls auf den Arbeiten O’Neils.

Ich rate dazu die gedruckte Version zu kaufen, weil dort die vielen Grafiken besser zu erkennen sind.

 

O’Neils Website und der elektronische Börsenbrief

Wie schon erwähnt gibt O’Neil auch einen Börsenbrief heraus, in dem er Aktien nach seiner CAN SLIM Methode analysiert und dort Kauf- und Verkaufempfehlungen gibt. Er betreibt auch die Website www.investors.com auf der viele fundamentale Daten, Charts und auch Unternehmensanalysen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Ein Besuch der Seite lohnt sich auf jeden Fall. Da es sich um eine amerikanische Webseite handelt, sind alle Analysen natürlich auf Englisch und beziehen sich auf den amerikanischen Aktienmarkt.

Hier ein Beispiel für die kostenlos zur Verfügung gestellten Informationen auf der Webseite.

Website investors.com

Webseite www.investors.com

 

Hier noch ein Beispiel für die zur Verfügung gestellten Aktiencharts.

Apple Chart

Chart am Beispiel von Apple, Quelle: www.investors.com

Und ein Beispiel für die bereitgestellten Fundamentaldaten. Hinweis: In der kostenpflichtigen Version werden deutlich mehr Informationen zu den Unternehmen gezeigt.

Apple Fundamentaldaten

Fundamentaldaten am Beispiel von Apple, Quelle: www.investors.com

 

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